Karte vom Rheinland
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Oberhausen – LVR-Industriemuseum

Sechs Schauplätze, ein Museum

Wie wird Metall verarbeitet? Wie entsteht ein Faden und dann daraus ein fertiges Tuch? Welche Rolle spielt dabei der Strom? Was liefern Lieferfrauen?

Das LVR-Industriemuseum gibt Besuchern in seinen sechs Museen, die sich über das Rheinland verteilen, Antworten auf ihre Fragen.

Sechs beeindruckende, zum Teil komplett erhaltene Fabriken an authentischen Schauplätzen in Oberhausen, Ratingen, Solingen, Bergisch Gladbach, Engelskirchen und Euskirchen bilden das LVR-Industriemuseum. Sie geben Raum und Thema für die mit modernster Ausstellungstechnik gestalteten Dauerausstellungen. Die Museen zeigen hier die für die Industrie- und Sozialgeschichte des Rheinlands zentralen Branchen Textil, Metall, Papier und Elektrizität. Gründer und Träger des Rheinischen Industriemuseums ist der Landschaftsverband Rheinland.

Museumszentrale und Schwer. Industrie am Schauplatz Oberhausen

Die Zentrale des LVR-Industriemuseums mit Direktion, Verwaltung, Bibliothek, Fotoarchiv und Werkstätten befindet sich in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen.
Der Rundgang in der historischen Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg führt die Besucher durch rund 150 Jahre eisen- und stahlindustrieller Geschichte an Rhein und Ruhr. Er beginnt mit der auf Erz- und Steinkohlenvorräten, Erfindergeist und Tatkraft beruhenden Erfolgsgeschichte dieser Branche. Prüf- und Werkzeugmaschinen in Vorführung zeigen, welchen Anteil die betriebliche Forschungstätigkeit an diesem Erfolg hatte. Wie schwer die Arbeitskräfte in der “schweren Industrie” malochten, kann der Besucher ebenso eindrucksvoll erleben. Die wechselhaften Beziehungen von Wirtschaft, Politik und Militär, die erbitterten Arbeitskämpfe und der Anteil der Branche am Wirtschaftswunder der 1950er Jahre werden anschaulich dargestellt. Wie die Eisen – und Stahlindustrie den Strukturwandel der Gegenwart bewältigt, wird zum Ende des Museumsrundgangs präsentiert.
Ein eigener Ausstellungsteil im Foyer der Walzhalle erinnert an die Geschichte der Zinkfabrik Altenberg.

Drei weitere Ausstellungsorte des LVR-Industriemuseums
am Schauplatz Oberhausen

Drei weitere herausragende Industriedenkmäler hält das LVR-Industriemuseum in Oberhausen bereit: Eisenheim, die älteste Arbeitersiedlung des Ruhrgebietes und die St. Antony Hütte, die erste Eisenhütte im Ruhrrevier. Das Zentralmagazin des stillgelegten Oberhausener Gutehoffnungshütte Konzerns gilt als Inkunabel der Industriearchitektur: In den 1920er Jahren wurde es von dem berühmten Architekten und Industriedesigner Peter Behrens gebaut. Heute dient es dem LVR-Industriemuseum als Sammlungsdepot für seine sechs Museumsschauplätze.

Schauplatz Ratingen

Eine Sensation: die erste Fabrik auf dem Kontinent

Der Besucher der ehemaligen Baumwollspinnerei Brügelmann in Ratingen sieht sich versetzt in eine Fabrik, wo zum ersten Mal “auf englische Art” Baumwollgarn hergestellt wurde: Ergebnis eines rüden Aktes von Industriespionage! Die Anfänge des Fabriksystems, Arbeits- und Lebensbedingungen von Männern, Frauen und Kindern in Spinnsälen, die Fabrikschule und nicht zu vergessen die Welt der Mode, all das zeigt heute das Museum in den Fabriketagen. Wie und wovon die Unternehmer lebten, vermittelt eine Ausstellung im benachbarten Herrenhaus.

Schauplatz Solingen

Weltweit berühmt: Solinger Schneidwaren

Scherengeschichte hautnah erleben die Besucher in der ehemaligen Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen. Hier werden seit 1886 Scherenrohlinge gefertigt. Die Fallhämmer, die Öfen, die Pressen, sie sind alle noch in Aktion: für die Schauproduktion des Museums. Der Rundgang durch die Fabrik erzählt jedoch nicht nur von der Scherenproduktion, sondern auch von Wasser und Dampf als Antriebssystemen, von der Firmen- und Familiengeschichte. Den steilen Weg der Industriestadt Solingen zur “Werkstatt für die Welt” zeichnet die Ausstellung ebenso nach.

Schauplatz Engelskirchen

Unter Spannung: dem Strom auf der Spur

Trockenen Fusses kann man heute in der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels in Engelskirchen den Weg der Wassermassen verfolgen, die in der Fabrik und im Ort für Strom sorgten. Welche Veränderungen die Elektrifizierung für die Fabrik und den Alltag mit sich brachte, beschreibt die Dauerausstellung. Berühmte Büro- und Haushaltsklassiker – die “Mercedes Elektra”, eine der ersten elektrischen Schreibmaschinen, der “Starmix” aus den 50ern – warten “ganz gespannt” auf ihre Besucher!
Ganz entspannt hingegen lädt das Museum zu einem Spaziergang in die letzte wasserbetriebene Schmiede in Leppetal: den Oelchenshammer.

Schauplatz Bergisch Gladbach

Papierzeit in der Papiermühle “Alte Dombach” erwartet die Besucher in Bergisch Gladbach, einem Zentrum der Rheinischen Papierindustrie. Aus der 1614 gegründeten historischen Papiermühle “Alte Dombach” mit dazugehöriger Neuer Dombach ist das größte deutsche Museum zum Thema Papier entstanden. Der museale Erlebnisraum “Alte Dombach” entfaltet die Geschichte der Papiererzeugung und -verwendung, aber auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter in einer Papiermühle in überraschender und eindrucksvoller Weise. Verpackung, Werbung, Kommunikation und nicht zuletzt die ökologischen Auswirkungen der Papierherstellung, sind weitere wichtige inhaltliche Bestandteile im Museum.

Schauplatz Euskirchen-Kuchenheim

Tuchfabrik Müller

Wie küßt man ein Dornröschen wach. Keine leichte Aufgabe, wenn es sich, wie im Falle der Tuchfabrik Müller in Euskirchen-Kuchenheim, um eine doch recht ungewöhnliche “Schöne” handelt: eine Fabrik mit komplett erhaltener Einrichtung, über die sich seit dem letzten Betriebsjahr 1961 Schichten von Staub, Rost und Spinnweben gesenkt haben… Sensibel saniert und konserviert präsentiert sich das “wiedererwachte” Industriedenkmal der Öffentlichkeit. Einzelne zentrale Maschinen arbeiten im Demonstrationsbetrieb. Beim Kardieren, Spinnen und Weben dürfen die
Museumsgäste direkt auf Tuchfühlung gehen

Kontakt zur zentralen Öffentlichkeitsarbeit des LVR-Industriemuseums:

Anette.Gantenberg@lvr.de

Öffnungszeiten, Adressen und weitere Details finden Sie auf der Homepage des LVR- Industriemuseums Oberhausen