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Solingen-Gräfrath – Kunstmuseum Solingen / Zentrum für verfolgte Künste

Wuppertaler Str. 160 (B 224)
42653 Solingen-Gräfrath
(3 Min. von der A 46 Ausfahrt Haan-Ost/Solingen)
Tel.: 0212 – 2 58 14 – 0
Fax: 0212 – 2 58 14 – 44

info@kunstmuseum-solingen.de
info@verfolgte-kuenste.de

Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags 10-17 Uhr, montags geschlossen
Eintrittspreise: € 6, ermäßigt € 3
Kinder/Schüler € 2

Kunstmuseum Solingen – Forum der jungen Kunst

Das Kunstmuseum Solingen bewahrt die Kunstsammlung der Stadt Solingen – rund 10.000 meist regional bezogene Kunstwerke, davon über 8.000 grafische Blätter. Von herausragender Bedeutung sind die frühen Gemälde und Grafiken Georg Meistermanns, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit zählt.

Ein Schwerpunkt des Museums liegt in der Präsentation von Gegenwartskunst. Dabei werden den Besuchern neue, junge Ansätze statt etablierter Kunst geboten. Das Museum organisiert regelmäßig überregional beachtete Wechselausstellungen wie die “Internationale Bergische Kunstausstellung” und gibt dazu Kataloge heraus.

Seit seiner Gründung 1996 ist das Museum als gemeinnützige GmbH organisiert und somit ein Projekt des Public Private Partnership, denn Stiftungserträge, Sponsoring, Spenden und selbst erwirtschaftete Mittel stellen zwei Drittel der notwendigen Erträge dar. Der denkmalgeschützte Altbau entstand 1907/1908 als Rathaus für das damals selbständige Gräfrath. Der Neubau wurde 1995/1996 angefügt.

Die Städtische Kunstsammlung

Friedrich August de Leuw repräsentiert mit romantischen Landschaften des Bergischen Landes und des Rheintales die „Düsseldorfer Malerschule“. Der Solinger Albert Bierstadt wurde als „Kopf“ der Hudson River School einer der bedeutendsten amerikanischen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts. Der ab 1891 an Akademien in Düsseldorf und Paris ausgebildete Robert Engels stellte mit der Münchener Sezession und der Neuen Münchener Künstlervereinigung aus. Bis 1933 war August Preuße war ein talentierter Schüler Paul Klees in Düsseldorf und für die Zeit nach 1945 ist Willi Deutzmann, Gründungsmitglied der Gruppe „Junger Westen“, zu nennen. Georg Meistermann entwickelte zwischen 1937 und 1945 eine Kunst, die gegen die Vorstellungen der Nationalsozialisten verstieß. Diese Arbeiten entstanden im Verborgenen. Er wurde einer der Künstler, die in der Nachkriegszeit die abstrakte Kunst in Deutschland etablierten.
Die Bilder Georg Meistermanns, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit zählt, schaffen die Verbindung zwischen den Themen des Museums: Verfolgte Künste des 20. Jahrhunderts, Solinger Kunst und Junge Kunst.

Zentrum für verfolgte Künste

Das 2015 gegründete Zentrum für verfolgte Künste wird vom Landschaftsverband Rheinland und der Stadt Solingen betrieben. Es widmet es sich den Künstlerinnen und Künstler und den Autorinnen und Autoren, deren künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten von den zwei deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart durch Terror und Gewalt blockiert, verhindert und vernichtet wurden. Das Zentrum bezieht sich in all seinem Handeln grundsätzlich auf die Sammlung der Bürgerstiftung für verfolgte Künste – Else-Lasker-Schüler-Zentrum – Kunstsammlung Gerhard Schneider. Diese umfasst bildkünstlerische und literarische Sachzeuginnen und -zeugen der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse zwischen 1914 und 1989. Den Bereichen Musik, Film und Kabarett widmet sich das Zentrum in temporären Veranstaltungen.

Kunstsammlung Gerhard Schneider

Durch die Stiftung konnte der Erhalt und Verbleib von 400 Gemälden und Grafiken dieser einmaligen Sammlung in Deutschland gesichert werden. Die Stifter fühlen sich insbesondere der deutschen Geschichte verpflichtet, um den nachfolgenden Generationen ein einmaliges kulturelles Gedächtnis zu sichern. Die Sammlung Gerhard Schneider zeigt Aspekte gegenständlicher deutscher Bildkunst im 20sten Jahrhundert. Der Sammler charakterisiert sie als „expressive Gegenständlichkeit“, die bislang ein Schattendasein als „ignorierte Parallelkunst“ führte. So tritt an die Seite bekannter Künstler eine Vielzahl zu Unrecht Vergessener mit oft verblüffenden Frühwerken. Gerade dieser Aspekt fand im In- und Ausland bereits große Resonanz. Ein weiteres Merkmal dieser „verschollenen“ Generation ist die Aufarbeitung historischer Ereignisse, mit denen sie konfrontiert war. Die Aktion „Entartete Kunst“ und die berüchtigte Ausstellung 1937 in München diffamierten diese Künstler.

Literatursammlung „Die verbrannten Dichter“

Von Autorinnen und Autoren, die durch die „Bücherverbrennung“ aus der Kulturgeschichte entfernt werden sollten und denjenigen, die als intellektuelles Rückgrat der Bürgerbewegung in der DDR galten, werden Bücher und persönliche Briefe gezeigt. Es werden u.a. Leben und Werk von Kurt Tucholsky, Else Lasker – Schüler, Wolfgang Borchert, Inge Müller, Jürgen Fuchs, Franz Kafka und Vaclav Havel vorgestellt.

Vermittlung Kunstmuseum Solingen und Zentrum für verfolgte Künste

Kindervormittag im Kunstmuseum: Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren malen und basteln, kritzeln und klecksen. Wechselnde Themen, Betrachtung von Kunstwerken mit praktischer Arbeit im Museumsatelier. Samstags: 10.00 bis 13.00 Uhr, 6.- €

Ferienkurse im Museum: Viertägige Kurse für Kinder aller Altersgruppen: das Programm erscheint gesondert. Die Themen reichen von Zeichen- und Malkursen bis zum Skulpturenbau.

Öffentliche Führungen: Führungen zu den jeweiligen Wechselausstellungen des Kunstmuseums und des Zentrums finden jeden Sonntag um 11.15 Uhr statt.
Öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung  des Zentrums für verfolgte Künste finden jeden Sonntag um 14.30 Uhr statt.
Das Entgelt ist im Eintrittspreis enthalten.

Schule im Museum: museumspädagogische Betreuung für Klassen aller Jahrgangsstufen nach telefonischer Themenabsprache. Eine Führung dauert 90 Minuten und umfasst die Bildbetrachtung mit anschließender praktischer Arbeit im Atelier, 2.- € p.P. Differenzierte Themenvorschläge auf unserer Website: www.kunstmuseum-solingen.de/kunstvermittlung
Anmeldung für alle Veranstaltungen unter: 0212/ 258140
Alle Programme für Kinder auf unserer Website unter www.kunstmuseum-solingen.de

Das Kunstmuseum Solingen im Internet
Das Zentrum für verfolgte Künste im Internet